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Wintergarten im Rheingau:

Ästhetik und Ökologie vereint

Stephanshausen, der Standort unseres Wintergartens, liegt idyllisch im Norden des Rheingaus, der Landschaft, die schon Goethe faszinierte. Der Wunsch der Bauherrenfamilie, mehr in dieser schönen Naturlandschaft leben zu können, wurde vom Architekten durch einen großzügigen Wintergartenanbau an das traditionelle Einfamilienhaus erfüllt.

Grundkonzeption

Um eine nach Süd ausgerichtete Fassade zu erhalten, wurde der quadratische Grundriss um 45° gegenüber dem bestehenden Haus gedreht. Ein senkrecht nach Süden ausgerichtetes Fenster hat eine besondere Eigenschaft, durch die steilstehende Sonne verstärkt durch die Reflexion ist die Wärmebelastung im Sommer deutlich geringer als bei Ost und Westseiten(siehe untenstehende Grafik). Schon bei einer Abweichung von 15° lässt dieser Effekt deutlich nach, die Südostausrichtung hat sogar die höchste Wärmebelastung im Sommer. Im Winter hat die Südseite den höchsten, dann erwünschten Wärmegewinn, während Fenster an Ost und Westseiten in der Bilanz einen Energieverlust erbringen.

Energieeintrag auf Wandflächen und waagrechte Flächen

Architektur

Der eigentlich großvolumige Kubus steht durch die Drehung in einem spannungsvollem Gegensatz zu dem dahinterliegenden Einfamilienhaus, ohne dieses zu erdrücken oder herabzustufen. Der Innenraum geht über zwei Geschosse und hat eine Höhe von über sieben Meter. Das zeltförmige Dach ist mit dem für die Region typischen Schiefer gedeckt. Besonderes Highlight des Innenraumes und ein kleines Meisterstück der Holzbearbeitung ist die baumartige Mittelstütze, die mit ihren vier „Ästen“ das Zeltdach trägt.Diese Stütze ist in ihrer Ausformung ein schönes Zitat aus der Natur und gibt dem Wintergarten einen wohnlichen Charakter und macht die enorme Innenhöhe von 7 m  begreifbar. Von innen nach aussen sind die Begrenzungungen durch die gläserne Gebäudehülle nicht fühlbar.

Leben in der Natur- rundum Wohngefühl

Energetisches Verhalten

Der Wintergarten wirkt auf den ersten Blick wie ein erweiterter Wohnraum, ist aber ein „echter“ Wintergarten ohne Heizung. Denn die geschlossenen Hüllflächen, die gut wärmegedämmt sind, die solare Ausrichtung und ausreichend Speichermassen in Decken und Wänden ermöglichen es, dass der Wintergarten auch ohne Heizung frostfrei bleibt. An klaren Wintertagen steigen auch bei Frost die Temperaturen auf über 20°. Durch die große Raumhöhe entsteht genügend Auftrieb, so dass eine automatisch gesteuerte Fensterlüftung zur Klimatisierung ausreicht. Das Wohnzimmer im bestehenden Gebäude hat nach dem Anbau ein deutlich verbessertes Klima, insbesondere die ehemals zu hohen Sommertemperaturen sind selten geworden. Trotz größerer Wohnfläche sind die Heizkosten etwas gesunken.

Auf eine Verglasung der Dachflächen wurde bewusst verzichtet, da der Anbau wenig Energie verbrauchen soll. Er ist deshalb als passiv-solares Gebäude geplant worden. Neben der großzügigen Verglasung nach Süden ist es ebenso wichtig, dass die Wärmeverluste reduziert werden. Bei verglasten Dachflächen ist der Wärmeverlust wie auch die Wärmebelastung am größten.

Daten :

Baujahr : 1999
Grundfläche :  55 m²
Bauvolumen : 360 m³
Glasfläche : ca 100 m²
Baukosten : ca. 100.000 €

Architekt:

Clemens Dahl
Am Sonnenhang 2a
65366 Stephanshausen
Tel. 06722 -971168
info@architekt-dahl.de
www.architekt-dahl.de

Fotos: Clemens Dahl

(nh)


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