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Lebensgefühl „Transparenz“

Den Tag heute kann man mal wieder unter der Rubrik „Stress pur“ ablegen. Der neue Großkunde hätte am liebsten alle Ergebnisse direkt auf einen Schlag gehabt. Nach 10 Stunden non-stop-power freu ich mich jetzt auf einen entspannten Abend zuhause.

Typisch Aprilwetter. Ein nasskalter Tag. Die Heizung von meinem Auto kommt nur langsam in Schwung. Gleich werd ich mir erst einmal eine heiße Tasse Tee kochen. Und dann, ja dann freu ich mich auf meinen Wintergarten, meine Oase der Entspannung.

Klingt echt verrückt, aber ich hätte nie gedacht, dass so ein paar Glasscheiben mir so ein wohliges Gefühl geben. Ein Jahr haben wir ihn jetzt. Das Kommen und Gehen der vier Jahreszeiten in ihm erlebt. Ich erinnere mich noch an den letzten Frühling. Als die Blumenknospen im Garten anfingen zu blühen. Ich hatte das Gefühl, mitten im Garten zu sitzen und hatte bei den doch noch frischen Temperaturen eine schützende Hülle um mich. Als dann der Sommer kam und es draußen fast unerträglich heiß war, war es in meinem Wintergarten dank der Verschattung noch angenehm kühl. Ich konnte sie so einstellen, dass ich immer noch den Blick in meinen Garten hatte...

Endlich wird die Heizung in meinem Wagen warm. Oh Mann, fahr doch. Ich will endlich heim.

Heute soll eine sternenklare Nacht sein. Seit neuestem interessiere ich mich nämlich auch für die Sternenbilder. Wenn ich abends im Wintergarten auf meiner Liege entspanne, beobachte, wie die Sonne untergeht und die Dämmerung kommt, bin ich schon ganz gespannt, welche Sternenbilder ich heute erkenne. Es ist herrlich. Den uneingeschränkten Blick in den Himmel zu genießen, den Mond zu beobachten, die vorbeiziehenden Wolken. Apropos Wolken. Ich glaube, ich habe das letzte Mal als Kind versucht, in Wolken irgendwelche Figuren zu erkennen. Wenn ich gleich in meinem Wintergarten bin, werde ich das direkt mal wieder machen.

Das gibt es ja nicht, jetzt fängt es doch tatsächlich an zu schneien. Und das im April. Dabei habe ich mich doch schon längst auf Sommer eingestellt.

Letzten Winter hatten wir wunderschöne Eisblumen auf den Scheiben unseres Wintergartens. Die Scheiben schienen wie von der Natur geschmückt. Es glitzerte wunderschön in der Sonne.

Ein Jahr... vor einem Jahr hätte ich gelacht, wenn einer behauptet hätte, ein Wintergarten gäbe ihm ein neues Lebensgefühl. Gut, dass ich es nicht getan habe, denn heute kann ich das nur unterstreichen. Im ganzen Alltagsstress kommt man häufig nicht dazu, die Natur zu genießen. Abends bin ich dann meistens ziemlich geschlaucht und hab nur eingeschränkt Lust, in die Natur zu gehen. Mit dem Wintergarten hol ich die Natur in mein Haus. Durch das Maximum an Transparenz wird das Schauspiel der Natur zur Kulisse meines eigenen Wohnbereiches.

Ich freu mich auf Zuhause.

Meine eigenen vier Wände wirken dank des Wintergartens viel großzügiger. Diese Offenheit zur Natur möchte ich nicht mehr missen.

Endlich bin ich angekommen…

(nh)


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