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Wintergarten mit Solararchitektur


Erfindungsreichtum spart Energie

Die Familie van Beeck hat sich in Kleve den Wunsch erfüllt, ein ganz besonderes Eigenheim zu errichten. Das Gebäude lebt von dem Kontrast zwischen traditionellem Erscheinungsbild und hochmoderner Technik. So ist das Haus selbst nach alten Bauzeichnungen von 1750 konstruiert worden, der Anbau mit Wintergarten und überdachter Veranda aber ist Solararchitektur der Gegenwart.

Die Summe der durchgeführten Maßnahmen am Gebäude bewirken, dass nicht nur Energie eingespart werden kann, sondern es wird mehr Energie produziert als verbraucht. Es ist ein plus Energie Haus entstanden.

Besonders hervorzuheben ist die Photovoltaikanlage, die aus den Glas-Glasmodulen der Firma Saint-Gobain Glass Solar besteht. Insgesamt zwölf Kilowatt Solarmodule hat Herr van Beeck untergebracht, die dank aktiver Kühlung überdurchschnittlich viel Ertrag bringen. Die Sonnenenergie wird zur Stromerzeugung genutzt. Die Solarmodule wurden nicht auf ein bestehendes Dach montiert, sondern sie bilden selbst das Dach.


Durch die Anordnung der Module ist eine 24-prozentige Verschattung erreicht. Die Solarzellen fungieren somit gleichzeitig als Markise für den Wintergarten. Das Licht, das zwischen den Zellen der Glasmodule hindurch fällt, zaubert eindrucksvolle Lichtspiele auf den Fußboden.

Doch nicht nur die Optik sondern vor allem die Möglichkeit zur Energieeinsparung stand bei  Familie van Beeck im Vordergrund: Die Kollektoren der Solaranlage decken weitgehend den Wärmebedarf für Raumheizung und Warmwasser- inklusive Wasch- und Spülmaschine. 50 Quadratmeter Absorberstreifen der Firma Trinox wurden dafür auf dem Haupthaus installiert. Daran angeschlossen ist ein 18.000 Liter umfassender Langzeitspeichertank.

Eine besondere Raffinesse des Hauses ist die Kühlung der Photovoltaikanlage. Denn bei zu großer Hitze erreichen die Halbleiter in den Solarzellen einen zu hohen Innenwiderstand. Dies führt zum Leistungsverlust. Der findige Bauherr überlegte sich daher eine Konstruktion, die diesem Problem entgegenwirkt. Seine Idee: eine Wasserkühlung mittels Rasensprinkleranlage. Das Prinzip hat sich Herr van Beeck bei Bauern abgeguckt, die mitunter ihre Ställe auf ähnliche Weise abkühlen. Steigt die Temperatur der Module über 25 Grad Celsius, gibt ein Temperaturfühler das Signal und eine Sprinkleranlage schaltet sich ein.

Die Dachfläche wird vom Giebel aus mit vorher aufgefangenem Regenwasser besprüht. Das verdunstende Wasser steigt nach oben und kühlt die Dachfläche nach unten ab. Der Rest des Regenwassers wird über die Regenrinnen wieder dem Speichertank zugeführt. „Im Hochsommer bringt die Kühlung der Module einen Mehrertrag von 30 Prozent“, hat der Bauherr bereits festgestellt. Die Konstruktion hat sich in ca. sechs Jahren amortisiert.

Heute führt van Beeck rund 30 Besucher wöchentlich durch sein einmaliges Plusenergiehaus, welches zum Demo-Projekt für andere Gebäude wurde. Van Beeck hat inzwischen mehrere Überdächer ähnlicher Art gebaut.

(nb)


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