| Anschluss eines Wintergartens an Klinker-Verblendmauerwerk | |
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Re: Anschluss eines Wintergartens an Klinker-Verblendmauerwerk |
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| Wurm, 83026 Rosenheim | 05.05.05 02:47:00 |
| > Ich möchte einen Wiga als Wohnraumerweiterung, also ohne thermische Trennung zum Wohnzimmer, bauen lassen. Unser Haus besitzt ein zweischaliges Mauerwerk (17,5cm Kalksandstein, 10cm Luft- und Dämmschicht, 10cm Klinker). Die beste Lösung ist wohl ein direkter Anschluss ans Innenmauerwerk. Das ist aber technisch sehr aufwendig, weil das Klinkermauerwerk dann abgetragen und über dem Wintergarten neu aufgebaut werden muss.
> Ein Anschluss direkt auf das Mauerwerk scheint aber auch problematisch zu sein, weil die Klinkerschicht nämlich nicht ganz dicht ist und bei längerem Schlagregen Wasser an der Innenseite des Klinkers herunterlaufen kann. Außerdem dürfte doch durch das durchgehende Klinkermauerwerk und die Luftschicht dahinter eine Kältebrücke entstehen. Ich habe gehört, dass feuchte Innenwände mit Schimmelbildung (Kondenswasser) und hoher Energieverbrauch die Folge sein können. > Wer kann mir dazu eine Auskunft geben? > MfG M. Lehmann +++++ Ein nicht zu verachtendes Thema. Hatte hierzu einen Gutachtenfall im Norden ganz oben, der Wintergartenbauer hat an den Klinker sauber und dicht angeschlossen, trotzdem kam immer wieder Feuchtigkeit. Ich habe empfohlen, das Klinker-Vormauerwerk zu öffnen und den Wintergarten ganz hinten am eigentlichen Mauerwerk anzuschließen. Natürlich sind auch hier alle Vorkehrungen bzg. Abdichtung einzuhalten. Entscheidend ist, dass dieses Vormauerwerk (bis auf heutige wenige neuere Abdichtungssysteme) hinterlüftet werden muß. Da ein Klinker um bis zu 100 fach dampfdichter als Luft und bis zu 10-15x dampfdichter als normaler Ziegel ist, ist ein Abstand von mindestens 4 bis 6 cm zwingend erforderlich. Der durch das normale Mauerwerk diffundierende Wasserdampf muß zwingend und kontrolliert abgeführt werden.Hierzu sind Öffnung oben und unten vorzusehen. Bei älteren Vormauerwerken sind auch häufig neben den erforderlichen Dehnungsfugen, die abgedichtet sein müssen, Schwachstellen vorhanden, in welche zudem Niederschlagswasser eindringen kann. Da das Innenmauerwerk im Sockelbereich mit einer hochgezogenen Folie ausreichend geschützt sein muß, ist diese Anforderung auch beim Anschluß des Glasdaches ans Mauerwerk des Haupthauses umzusetzen. Zu bedenken ist immer, das Wasser nicht zwangsläufig nur nach unten fließt, sondern unter Einfluß von Wind auch steilste Dachneigungen nach oben getrieben werden kann. Die Anschlusspunkte sollten somit gewissenhaft ausgeführt werden. Auch Wärmebrücken dürfen möglichst nicht durch Unachtsamkeit eingebaut werden.Ist das Mauerwerk des Hauses gedämmt ,ist den Anschlusspunkten aus aus dieser Betrachtungsweise großes Augenmerk zu schenken. Und beachten Sie, nach Anschluß des Wintergartens ist für eine Hinterlüftung des weiterführenden Vormauerwerkes weiter nach oben zu sorgen. Mit dem richtigen Partner sollten Sie hier gut vorankommen. Holen Sie sich Referenzen, besichtigen Sie ausgeführte Objekte und machen nicht den Fehler, nur einen günstigen Preis zu kaufen. Viel Glück. Dipl. Ing. FRANZ WURM |
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